Methoden der traditionellen chinesischen Medizin
Die Chinesische Medizin bietet eine Vielfalt an Therapiemethoden, welche nach erfolgter Diagnose individuell zusammengestellt werden.
Akupunktur
Die Akupunktur ist eine der fünf Säulen der TCM (Akupunktur, Tuina, Kräuterheilkunde, Qi Gong und 5 Elemente Diätetik) und bei uns die bekannteste Therapieform der TCM. Die 365 Akupunkturpunkte sind über das Meridiansystem miteinander verbunden und können den Qi Fluss im ganzen Körper regulieren. Energieblockaden und Ungleichgewichte können mit feinen sterilen Einwegnadeln gelöst und reguliert werden. Eine umfassende Anamnese (Befragung) mit Puls- und Zungendiagnose ermöglicht es die indizierten Punkte auszuwählen und zu kombinieren, um eine effiziente und individuelle Therapie zu gewährleisten.
Phytotherapie / Arzneimittel
Die chinesischen Arzneimittel beinhalten pflanzliche, mineralische und tierische Stoffe, wobei die pflanzlichen Substanzen klar überwiegen. Jedes Arzneimittel wird in der TCM eingeteilt nach Geschmack, Temperatur und Meridian resp. Organzugehörigkeit und erhält somit seine spezifischen Wirkungen. Die zur Verfügung stehenden Arzneimittel werden individuell als Rezeptur zusammengestellt, um eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie zu garantieren. Die Rezepturen werden heutzutage mehrheitlich als Granulate (Pulver), Tabletten oder Tropfen verordnet. In der Schweiz unterstehen die chinesischen Arzneimittel dem Heilmittelgesetz. Sie werden auf Identität, Qualität und Reinheit geprüft und sind von der Heilmittelbehörde Swissmedic anerkannt.
Tui Na / An Mo
Tui Na ist die manuelle Therapieform der TCM. Die Massage gilt als älteste Therapieform der chinesischen Medizin. Über mehrere tausend Jahre entwickelte sie sich zu einer umfassenden manuellen Therapie – der heutigen Tuina. Verschiedene Behandlungstechniken wirken sowohl über den Bewegungsapparat (Muskeln usw.) als auch energetisch über Leitbahnen und Akupunkturpunkte. Durch die Berührung der Haut kommt zudem der Geist zur Ruhe, Stresssymptome werden gelindert und Abwehrkräfte gestärkt.
Tuina kann gut mit anderen Methoden wie Gua Sha, Schröpfen und Akupunktur kombiniert werden. Sie eignet sich besonders für Beschwerden im Bewegungsapparat. Die Sonderform Kinder-Tui Na kann bereits bei Kleinkindern angewandt werden.
Tui Na (chin. : tui = schieben ; na = greifen)
An Mo (chin. : an = drücken ; mo = kreisendes Streichen)
Schröpfen / Gua Sha
Die Schröpfgläser werden mit Hilfe eines Vakuums, welches durch eine Pumpe oder durch Feuer erzeugt wird, auf Akupunkturpunkte und Körperareale aufgesetzt. Sie werden für eine Zeit dort belassen oder auf dem Körper bewegt, dadurch wird die Durchblutung angeregt und die Akupunkturpunkte werden stimuliert.
Beim Gua Sha hingegen wird mit der abgerundeten Kante eines Porzellanlöffels im Bereich der Haut geschabt. Bei beiden Therapiemethoden kann es zu Verfärbungen der Haut wie Petechien (Blutpunkte) und Hämatomen kommen, diese sind unbedenklich und verschwinden nach einigen Tagen wieder.
Moxibution (kurz Moxa)
Bei der Moxibution wird Beifusskraut (Artemisia vulgaris) in Form von Kegeln oder Zigarren abgebrannt. Das Ziel ist es Wärme dem Körper zu zuführen. Die Wärme gelangt entweder über die Nadel in die Tiefe des Gewebes oder die Areale an der Hautoberfläche werden direkt gewärmt. Moxa findet Anwendung bei Schwäche- und Kältezuständen.
